Über Depressionen reden

Über das Projekt

Das interaktive Film- und Medienprojekt über Depression „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ besteht aus drei Teilen: einem Dokumentarfilm, einem Informationsfilm sowie einer interaktiven Website zum Film. Hier kannst du mehr zur Entstehungsgeschichte, den Machern und Förderern des Films erfahren.

Entstehungsgeschichte

Die Idee, dokumentarisch Menschen mit Depression über einen längeren Zeitraum zu begleiten, hatte Axel Schmidt, Filmemacher und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Durch seine langjährigen Erfahrungen in der Behandlung und Begleitung von Menschen mit Depressionen war er immer wieder damit konfrontiert, wie schwierig es ihrer Umwelt und selbst nahestehenden Personen fiel, die Erkrankung zu verstehen oder auch nur im Ansatz nachzuvollziehen. So wurde die Idee zu dem Dokumentarfilm „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ geboren. 

Gemeinsam mit der Filmemacherin und Produzentin Michaela Kirst / sagamedia Büro Berlin entwickelte er dann das Konzept weiter. Mit der Unterstützung des Deutschen Bündnisses gegen Depression und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe begannen die beiden Regisseure, Betroffene zu treffen, die sich für die Teilnahme an dem Film interessierten. Das Deutsche Bündnis gegen Depression ist von Beginn an Partner im Projekt und unterstützte bei der Suche nach Protagonisten, inhaltlich (v.a. beim Informationsfilm) und auch bei der Suche nach Partnern und Fördermöglichkeiten. Mit der finanziellen Unterstützung des AOK-Bundesverbandes begannen im Juni 2014 die Dreharbeiten mit dem Kameramann Dirk Lütter (Grimme-Preis für Kamera 2015). Auch gelang es, die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe als Förderer und Unterstützer zu gewinnen.

Der Dokumentarfilm wurde im Juni 2016 fertiggestellt. Er bietet die Möglichkeit, sich mit den Protagonisten zu identifizieren und sagen zu können „Das kenne ich“ oder sich auch nur in einzelnen Bildern, Zitaten, Umgangsweisen und Metaphern wiederzufinden.

Direkt im Anschluss an die  dokumentarischen Arbeiten begannen die Arbeiten zum ergänzenden Informationsfilm für Aufklärungszwecke. Für diesen wurden Szenen aus dem Dokumentarfilm ausgewählt und Experten zu verschiedenen Themen interviewt. Entstanden sind acht Kapitel zu u.a. den Themen: „Was ist eine Depression?“, „Ursachen und Verlauf“, „Behandlung“, „Selbsthilfe und Angehörige“.

Mit der Fertigstellung des Informationsfilmes erschienen im Dezember 2016 beide Filme auf DVD, zu bestellen über das Deutsche Bündnis gegen Depression e.V. unter www.deutsche-depressionshilfe.de/infomaterial/produkte .

Die im Rahmen des Projektes entstandene interaktive Webseite zum Film www.die-mitte-der-nacht.de bietet Betroffenen und Interessierten die Möglichkeit, sich durch eigene Erfahrungsberichte  aktiv zu beteiligen und der Depression ein Gesicht bzw. eine Stimme geben und so einen wichtigen Beitrag zu einem offeneren Umgang mit Depression zu leisten. Weiterhin werden die Themen des Informationsfilms aufgegriffen und vertieft. Neben den Sequenzen aus dem Dokumentar- und Informationsfilm kommen zu jedem Thema weitere Experten sowie Betroffene zu Wort. Es werden weiterhin aktuelle News und Beiträge zu Depression veröffentlicht. Damit bietet die Website neben der aktiven Beteiligung auch die Möglichkeit, sich zum Thema Depression zu informieren.  Seit Ende 2018 ist die interaktive Webseite online.

Die Macher

AXEL SCHMIDT – Dokumentationen | Dokumentarfilm

Axel Schmidt initiierte das crossmediale Film-Projekt „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“. Er kennt die Hürden und Schwierigkeiten, die Menschen mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen überwinden müssen, aus seiner langjährigen Tätigkeit als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er studierte Medizin in Bonn, Wien und Prag. Nach seiner Weiterbildung als Facharzt arbeitete er viele Jahre als Oberarzt in der LVR Klinik Bonn, leitete dort eine der Ambulanzen. Mittlerweile ist er ärztlicher Leiter einer Tagesklinik in Bonn. Vorurteile in der Gesellschaft, Ohnmacht und Berührungsängste bei nahen Bezugspersonen und Angehörigen bedeuten für die Betroffenen oft eine massive zusätzliche Belastung. Daher entwickelt Axel Schmidt seit 2005 parallel zu seiner ärztlichen Tätigkeit filmische und mediale Konzepte zur Aufklärungs- und Anti-Stigma-Arbeit bei psychischen Erkrankungen. Beginnend mit der Faszination für das Medium Dokumentarfilm realisierte er mittlerweile als Regisseur und Produzent verschiedene dokumentarische Filme für Gesundheitsorganisationen, Bildungsträger und Museen und berät Produktionsfirmen in der filmischen Konzeptentwicklung. Er ist Absolvent der Masterclass Dokumentarfilm der IFS Köln und führte im Projekt „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ gemeinsam mit Michaela Kirst Regie.

 

MICHAELA KIRST – Director / Producer sagamedia

Michaela Kirst leitet seit November 2011 das Berliner Büro von sagamedia und setzt als Regisseurin und Produzentin Dokumentationen und Dokumentarfilme um. Vorher arbeitete und lebte sie viele Jahre in den USA. Von ihren ersten Arbeiten als Journalistin bis hin zu ihrem Kino-Dokumentarfilm „Jesus liebt Dich“ – Michaela Kirsts leidenschaftliche Begeisterung, die Probleme, Konflikte und Herausforderungen unserer Zeit anhand von Einzelschicksalen zu zeigen, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Filme.

Michaela Kirsts Filme wie „Brown Babies – Deutschlands verlorene Kinder“ oder „Tatort Regenwald“ wurden mit zahlreichen Preisen wie dem Deutsch-Amerikanischen Journalistenpreis, dem Ehrenpreis der Jury des NaturVision Filmfestivals oder dem Ave’ Montague Award des San Francisco Black Film Festivals ausgezeichnet. Im multimedialen Projekt „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ führte Michaela Kirst gemeinsam mit Axel Schmidt Regie. Psychische Krankheiten zu enttabuisieren und stärker in die Öffentlichkeit zu holen, ist ihr ein wichtiges Anliegen.

 

 

Die Firma sagamedia Film- und Fernsehproduktion GmbH wurde im Februar 2005 von den beiden erfahrenen Filmemacherinnen Iris Bettray und Jutta Pinzler gegründet. Der Name ist Programm: "Wir erzählen Geschichten von Menschen, die uns mitfiebern, mitleiden oder mitlachen lassen und uns einfach durch ihre Authentizität mitreißen." Aus dem anfangs kleinen Autorenteam ist mittlerweile eine Firma mit 35 Mitarbeitern geworden, die ihren Hauptsitz in Köln hat und mit einer Zweigstelle und zwei Mitarbeitern auch in Berlin vertreten ist.

Das Ziel der sagamedia ist es, gleichzeitig zu unterhalten und zu informieren. Menschen in besonderen Situationen oder außergewöhnlichen Lebensumständen zu begleiten, ihre tragischen, mutigen, spannenden und starken Geschichten mit der Welt zu teilen.

Mehr Infos unter www.sagamedia.de

 

 

 

Deutsches Bündnis gegen Depression

Das Deutsche Bündnis gegen Depression e.V. entstand im Rahmen des „Kompetenznetzes Depression, Suizidalität“ und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Im Rahmen von regionalen Bündnissen gegen Depression wird versucht, durch gleichzeitige Intervention auf mehreren Ebenen die Versorgungssituation für depressiv erkrankte Menschen zu verbessern und auf diese Weise auch Suizide und Suizidversuche zu verhindern. Das Projekt wurde erstmals in Nürnberg getestet – mit großem Erfolg: Während der 2-jährigen Intervention konnte ein deutlicher Rückgang der suizidalen Handlungen verzeichnet werden. Hierauf basierend haben inzwischen bereits über 80 Regionen und Städte in Deutschland regionale „Bündnisse gegen Depression“ gegründet und führen mit Unterstützung des Deutschen Bündnisses gegen Depression und seiner Dachorganisation, der Stiftung Deutsche Depressionshilfe regionale Aufklärungskampagnen durch.

Nähere Informationen sowie regionale Angebote:  https://www.deutsche-depressionshilfe.de/ueber-uns/das-buendnis.

 

 

Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Ziel der 2008 gegründeten Stiftung Deutsche Depressionshilfe (Vorstandsvorsitzender: Prof. Dr. Ulrich Hegerl) ist es, einen wesentlichen Beitrag zur besseren Versorgung depressiv erkrankter Menschen und zur Reduktion der Zahl der Suizide in Deutschland zu leisten. Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe ist der Entertainer und Schauspieler Harald Schmidt. Neben Forschungsaktivitäten bietet die Stiftung Betroffenen und Angehörigen vielfältige Informations- und Hilfsangebote wie das Diskussionsforum Depression und das deutschlandweite Info-Telefon Depression (0800 33 44 5 33). Seit 2014 kooperiert die Stiftung Deutsche Depressionshilfe mit der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH beim Aufbau des Forschungszentrums Depression und weiteren versorgungsnahen Projekten. Mehr Infos: www.deutsche-depressionshilfe.de.

 

 

Knick Design

Die leipziger Agentur Knick Design bewegt sich im kreativen Spannungsfeld der Disziplinen Kommunikations- und Interaktionsdesign, sowie 3D-Visualisierung und hat seit ihrer Gründung im Jahr 2010 zahlreiche komplexe Webseiten entwickelt. Mit den Mitteln des Design einen Beitrag zur Destigmatisierung von Depressionen zu leisten, war für Knick Design eine überaus spannende Aufgabe: „Mit großer Leidenschaft haben wir uns diesem wichtigen Thema gewidmet.“

 

Förderer


AOK-Bundesverband (Hauptförderer Filme)

Der AOK-Bundesverband ist der dienstleistungsorientierte Interessenvertreter der AOK-Gemeinschaft. Die Gesundheitskasse versichert in elf verschiedenen AOKs bundesweit mehr als 26 Millionen Menschen – fast ein Drittel der gesamten Bevölkerung. Kernaufgabe des AOK-Bundesverbandes ist es, die Interessen des AOK-Systems gegenüber der Bundespolitik, dem GKV-Spitzenverband und den Vertragspartnern der AOK zu vertreten. Hier engagiert sich der Bundesverband für eine qualitativ gute und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung der AOK-Versicherten.

Das Projekt ist im Rahmen der Selbsthilfeförderung der AOK Die Gesundheitskasse gem. § 20h SGB V begleitet und unterstützt wurden.

 

 


AOK Plus (Hauptförderer interaktive Webseite)

Die AOK PLUS versichert über 3,2 Mio. Menschen in Sachsen und Thüringen. Damit ist sie klarer Marktführer in der Region. Die AOK PLUS ist Lotse, Partner, und Unterstützer auf dem Weg in eine gesunde Lebenswelt. Sie bietet ein breites Leistungsspektrum zu günstigen Beiträgen und garantiert eine umfassende medizinische Versorgung im Krankheitsfall. Gesundheitsförderung und Prävention sind weitere wichtige Themenschwerpunkte ihrer Aktivitäten. In der Gesundheitsbezogene Selbsthilfe setzt sie verstärkt auf digitale Kanäle, um die Selbsthilfe auch in ländlichen Regionen und bei jüngeren Betroffenen zu etablieren.

 

 

Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe haben die Umsetzung des Filmprojekts ebenfalls unterstützt.